KLEINER MANN, WAS NUN?
„Wenn es dunkel wird nach der letzten Szene und die sich umarmenden Lea Sophie Salfeld und Tjark Bernau verschwunden sind, dann kann man in dieser kurzen Stille, bevor der Applaus einsetzt, das Gefühl förmlich greifen, eben einem großen Wurf beigewohnt zu haben. Wie bei einigen Augsburger Inszenierungen von Anne Lenk ist es ein einfaches, aber ungemein stimmiges Bühnenbildkonzept, das dem Ensemble den Raum gibt, dermaßen gut aufzuspielen…. Diesmal sind es Kostüme, die von der Decke kommen. In die kann man von hinten reinschlüpfen und so seine Rolle übernehmen, wobei natürlich der Bewegungsradius stark eingeschränkt ist durch die Seile, an denen die Klamotten hängen. Teilweise wirken die Schauspieler dadurch wie Marionetten. Und es sind viel mehr Kostüme als Rollen, die wie eine stumme, sich geisterhaft bewegende Menge von der Bühnendecke schweben…“
nachtkritik.de
„…Beherrscht wird die Bühne von unzähligen Kleidungsstücken, das Bühnenbild ist praktisch ein riesiger Kleiderschrank, schließlich muss auch der Junge in einem Bekleidungsgeschäft seine Verkaufsquoten erfüllen und sich dafür von Vorgesetzten und Kunden erniedrigen lassen. Die Schauspieler schlüpfen für die unterschiedlichen Rollen in die verschiedenen Bekleidungsstücke und hängen mit ihnen und den Kleiderbügeln an Seilen wie Marionettenpuppen am Spieler – frei ist in dieser Welt niemand, jeder spielt nur seine Rolle oder besser: Er wird gespielt von denen, die die Fäden in der Hand haben. Nur der Junge und Lämmchen entkommen dieser Unfreiheit – allerdings nur, wenn sie für sich sind und nur ihre Liebe leben; es ist das, nur das, was ihnen am Ende bleiben wird….“